Mittwoch, 30. April 2014

Methoden lösungsorientierter Beratung

Eine lösungsorientierte Beratung kann nach kann nach folgendem Leitfaden (Berkling 2010, S. 55) vorangegangen werden:

1. Begrüssung

2. Erwartungen an das aktuelle Gespräch (Was müsste bis um (vereinbarter Zeitpunkt) passiert sein, damit Sie sagen können: „Es hat mir etwas gebracht!“)
Beim Einstieg in die Therapie sollte der Ratsuchende sich selbst Ziele setzen. Dies kann durch eine gezielte Fragetechnik des Beratenden geleitet werden. Die Aufgabe des Beraters besteht darin, das Gespräch dahin zu führen, dass unkonkrete Aussagen in lebendige Bilder verwandelt werden können, wie die Situation aussieht, wenn das Problem nicht mehr vorhanden ist. (Vgl. S. 57f., wie die Ziele formuliert werden sollen.) 
Ein Beratungsgespräch sollte möglichst effizient sein, d.h. möglichst wenige Sitzungen und 45min pro Gesprächssitzung (Berkling 2010, S. 56-58).

3. Beschreibung des Anliegens
Die Schilderungen der Klienten über Klagen und Beschwerden werden anerkannt und zur Kenntnis genommen, sie werden jedoch weder fonciert noch näher untersucht, da die Vergangenheit nicht zu ändern ist und das Gespräch möglichst schnell wieder auf zukunftsbezogene Abläufe zu lenken. Des Weiteren sollte beachtet werden, dass nur die Probleme des Ratsuchenden gesprochen werden, keine weiteren. Eine Ausnahme stellen rechtlich oder ethisch unzweifelhafte Probleme dar, wie Misshandlungen oder Gefährdungen von sich oder anderen. Diese müssen explizit vom Berater thematisiert werden (Berkling 2010, S. 58-60).

4. Entwurf einer erwünschten Zukunft, Wunderfrage und –induktion
Die Vorstellung, dass ein Wunder geschehen ist, und das Problem verschwindet, hat einen sehr grossen Einfluss auf KlientInnen. Es entsteht eine Vision davon, wie das Leben ohne das Problem sein wird und Hoffnung wird geweckt. Dies kann auch wieder durch Fragen seitens des Beraters gesteuert werden, d.h. das Wunder wird unter Verwendung von Zirkulärfragen konstruiert (Berkling 2010, S. 60-65). 

5. Suche nach aktuellen Momenten der erwünschten Zukunft (Wenn Sie jetzt an die letzte Woche denken: Hat es da Momente gegeben, in denen die erwünschte Zukunft schon ansatzweise Wirklichkeit war? – Was war da anders?; sonst: Bewältigungsinduktion)
Hier wird nach Ausnahmesituationen in der Vergangenheit gesucht, welche nahe an die erwünschte Zukunft herankommen. Dabei muss auch festgehalten werden, dass nichts immer geschieht. Wenn es keine Solche Ausnahmezeiten gab, sollte mit der Bewältigungsfrage/Coping-Frage darauf hingewiesen werden, wie in der Vergangenheit mit schwierigen Situationen fertig geworden wurde. Dies kann als kraftspendender Motor dienen. Auch Skalierungsfragen können hier hilfreich sein, da sie Motivation, Stärken sowie Beurteilungen von Fortschritten betonen (Berkling 2010, S. 65-69).

6. Abruf letzter wichtiger Informationen

7. Individuelle Reflexion
Damit ist eine circa 10-minütige Pause innerhalb der Beratung gemeint, welche zum Nachdenken genutzt werden kann. Die Botschaft wird verarbeitet und der Berater stellt Komplimente und Hinweise für den Klienten auf  (Berkling 2010, S. 69). 

8. Würdigung von Stärken, Relativierung von Normen, Umdeutungen
Dieser Teil der Beratung soll lobend und bestärkend sein. Auch können hier problematische Situationen normalisiert werden, z.B. durch empirisch abgesicherte Daten, so dass der Klient die Erfahrung macht, das sein Empfinden in dieser Situation ganz normal ist (Berkling 2010, S. 70-73).

9. Anregungen
Hier steht die Aufforderung im Mittelpunkt, erstens etwas anderes zu machen, und zweitens das Experiment des Münzenwurfs (Berkling 2010, S. 74f.).

10. Gute Wünsche

Oftmals ist aber ein Gespräch nicht planbar und darum verlangt es eine hohe Flexibilität des Beraters. Zudem kommt es immer wieder vor, dass Klienten Fachfragen stellen. Wie wird darauf eingegangen, da der Berater im lösungsorientierten Ansatz nicht als Experte auftreten soll? Hier kann gefragt werden, welchen Unterschied durch ihre Beantwortung bestehen würde. (Angenommen, wir fänden eine Antwort, welchen Unterschied würde das machen?, Was wäre anders, wenn sie wüssten ...?) Ist es denn überhaupt schlimm, wenn der Berater sein Fachwissen einbringen würde? Darin besteht die Gefahr, dass die fertigen Tipps den gerade in Gang gesetzten Denkprozess des Klienten überlagern und auf diese Weise eher ein Hindernis darstellen könnten, als dass eine Lösung erreicht wird (Berkling 2010, S. 75-79).

Freitag, 25. April 2014

Fishbowl

Die Methode der Fishbowl-Diskussion fand ich sehr spannend und darum wollte ich sie in meinem Praktikum selbst einmal durchführen.
Was ist überhaupt eine Fishbowl-Diskussion und in welchen Situationen ist sie geeignet?
Zu Beginn wird eine möglichst offene Frage definiert, welche nicht nach einer richtigen oder falschen Antwort verlangt, sondern nach dem Verständnis zu einem Thema fragt. Je kritischer die Frage, desto besser eignet sie sich für die anschliessende Aufgabe.
Die Teilnehmenden bekommen Zeit zur Vorbereitung, so dass danach eine aktive Diskussion starten kann. Sie werden dazu gebeten, sich mit der Fragestellung intensiv auseinander zu setzten und Argumentationen hinsichtlich des vorgegebenen Themas zu formulieren. Hierzu könnte auch Literatur verwendet bzw. bereit gelegt werden.
Je nach Gruppengrösse werden zwischen 3-8 Personen gebeten, sich in einen Stuhlkreis in die Mitte zu setzen – in den Fishbowl. Die restlichen Teilnehmenden platzieren sich um diesen kleinen Personenkreis herum und verfolgen die Diskussion im Innenkreis. Die im Aussenkreis Sitzenden haben die Möglichkeit durch Aufstehen sich bemerkbar zu machen und so mit einer Person des Innenkreises abzutauschen. Ansonsten sind sie ruhig und ausschliesslich Zuhörer. Wenn ein Wechsel zwischen Aussen- und Innenkreis stattfindet, ist zu beachten, dass die Diskussion nicht unterbrochen wird, indem jemand seinen Satz nicht mehr beenden kann. Zudem sollten immer genügend Personen im Innenkreis sitzen (d.h. mindestens zwei), so dass die Diskussion niemals ganz abgebrochen wird. 
Dieses Verfahren ist vor allem für kritische Auseinandersetzungen mit einem Thema oder einer Theorie geeignet. Durch die Diskussion findet einen regen Austausch statt und Perspektivenwechsel werden ermöglicht. Indem sich jeder frei äussert und seine Meinung preisgibt, wird das Thema aus verschiedenen Positionen betrachtet.
Für die Durchführung der Fischbowl muss ca. 15-20min eingerechnet werden.


Aus welchem Grund soll eine solche Methode überhaupt im Unterricht eingesetzt werden?
-        Es fördert die selbstständige Auseinandersetzung der Lernenden mit einem Thema.
-        Die Eigenaktivität ist hierbei besonders hoch.
-        Eine Reflexion wird im Diskussionsverlauf angeregt.
-        Und ein Theorie-Praxis-Bezug kann leicht hergestellt werden.

Ich habe diese Methode in meinem Unterricht für eine Reflexion zu einem durchgeführten LernJob eingesetzt, was ich im Nachhinein nicht als optimal erachte. In Zukunft würde ich diese Methode vor allem für hitzigere Themen auswählen. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Methode für die Vorbereitung für einen Erörterungsaufsatz sehr dienlich sein kann (hier: Deutschunterricht). Dabei ist aber zu beachten, da solche Themen meist besonders emotional geladen sind, dass es sich nicht zu einem Streitgespräch entwickelt.
Ich habe zu Beginn die Spielregeln klar aufgestellt und wenn diese gebrochen wurden, in die Diskussion eingegriffen. Ich erhielt von meiner PLP die Rückmeldung, wie bedeutsam diese Einführung war, denn ohne klare Regeln gelingt eine Fishbowl-Diskussion meist nicht besonders gut. Rahmenbedingungen müssen gesetzt und der Fishbowl sollte moderiert werden, damit jede Schülerin/jeder Schüler im Innenkreis zu Wort kommt und das Gespräch auf einer sachlich-konstruktiven Ebene bleibt.

Der Fishbowl kann sehr vielseitig eingesetzt werden. Wie im Video zu sehen ist, wird der Fishbowl  auch bei Konferenzen genutzt.

Donnerstag, 23. Januar 2014

Besuch im Brüggli - Arbeitsagogik versus Pädagogik

Im folgenden werden zwei Mindmaps gezeigt, welche über die Arbeitsagogik und Pädagogik handeln.


Die Frage besteht nun, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den beiden Bereichen festzustellen sind. Ich habe die Kompetenzfelder einer Lehrperson und die eines Arbeitsagogen versucht aufzulisten. Dabei ist ersichtlich, wie viele Gemeinsamkeiten zwischen diesen beiden Berufen bestehen. 


Das erste Bild zeigt die Kompetenzen eines Arbeitsagogen auf, das zweite einer Lehrperson (z.B. an einer Mittelschule). Die Häkchen symbolisieren, dass bei beiden Bereichen diese Kompetenz gebraucht wird. Nehmen wir hier als Beispiel die Fachkompetenz: Vor allem in Mittelschulen brauchen Lehrpersonen eine hohe Fachkompetenz, nicht umsonst wird als Voraussetzung ein Studium mit Masterabschluss verlangt. Ein Arbeitsagoge braucht natürlich auch Fachwissen, dieses unterscheidet sich jedoch stark von dem einer Mittelschullehrkraft. Spannend wäre ihr zu wissen, welch spezifisches Wissen ein Agoge benötigt.
Einfühlvermögen, Toleranz und Verständnis habe ich graphisch nur halbwegs als Kompetenz einer Lehrperson dargestellt. Diese Eigenschaften sollen Lehrpersonen zwar aufweisen, für mich sind es jedoch nicht die Kernkompetenzen, welche eine Lehrperson mitbringen soll. Im Umgang mit Schülerinnen und Schülern ist es mir wichtiger, dass Lehrkräfte Respekt, Wertschätzung und Fairness zeigen, als dass sie beispielsweise gegenüber verhaltensauffälligen Schülerinnen und Schüler Verständnis und Toleranz aufbringen können. Toleranz gegenüber verschiedenen Lösungsvorschlägen oder Lernmethoden finde ich hingegen sehr bedeutsam und zentral. 
Im Bereich der Arbeitsfelder sind mehr Differenzen zu erkennen. Doch auch hier können einige Gemeinsamkeiten festgestellt werden. 


Die roten Fähnchen stellen die Gemeinsamkeiten dar. Ich habe hier nur diejenigen Merkmale markiert, welche ich in beiden Arbeitsfeldern als relevant ansehe. Einige weiteren wären zwischendurch sicherlich auch von Bedeutung, sie bilden jedoch nicht die Kernmerkmale. 

Donnerstag, 16. Januar 2014

Reflexion über meinen LernJob


Wie hat Ihnen dieser LernJob gefallen? Welche Fragen sind noch offen? Was bedeutet für Sie: „Handlungsorientierung“ im berufspädagogischen Kontext? Inwiefern sind für Sie  auch ausserschulische Lernorte in einem didaktischen Setting in der Berufsbildung relevant?

Das Erstellen eines LernJobs hat mir sehr gut gefallen, da ich gleich den Nutzen dahinter erkennen konnte. In meinem Erfahrungspraktikum werde ich mit meinen Schülerinnen und Schülern das Thema "Erörterung" erarbeiten. Als Einsieg ist eine mündliche Vorbereitung in Form eines Streitgesprächs sehr hilfreich, denn die Erörterung ist für viele Lernende schwierig, da sich die argumentierende Schreibweise stark von anderen Schreibarten unterscheidet. 
So kann ich gleich einen Teil dieses Lernjobs in meinem Unterricht umsetzten. Der Besuch in der Arena ist leider so kurzfristig nicht möglich, da sehr früh einen Termin reserviert werden muss. Dies wäre natürlich sehr toll gewesen. Den Rest ist aber ohne Problem umsetzbar. Als ausserschulischer Lernort kann ich verschiedene Gruppenräume oder die Mediathek anbieten, so dass sich die Lernenden  bewegen. 

Bei der Gestaltung meines LernJobs versuchte ich mich stark an die Vorgegebenen Kriterien zu halten. Einen Punkt fand ich besonders schwierig umzusetzen: "Der Kernauftrag ermöglicht individuelle Lösungsstrategien." Durch die Wahlfreiheit, welche Videos sie sich zur Vorbereitung und Einstieg in das Thema auf der Arena-Homepage anschauen wollen sowie das eigene Wählen des Themas für das Streitgespräch bietet Individualität. Das impliziert jedoch noch nicht, dass die Schülerinnen und Schüler individuelle Lösungsstrategien anwenden. Ich denke jedoch, dass sie bei der Vorbereitung für die Präsentation des Streitgesprächs im Plenum individuelle Lösungsstrategien benutzten können. 

Zur Gestaltung meines Posters habe ich gestern bei der Präsentation ein wertvolles Feedback erhalten, welches ich in Zukunft umzusetzen versuche. Liliana meinte, dass mein Poster in seiner grafischen Darstellung alle Punkte der Checkliste erfüllt, ausser "das Thema ist auch auf Distanz klar erkennbar". Ich musste ihr zustimmen. Die Überschrift ist zwar von Weitem ersichtlich, jedoch sieht man nicht auf den ersten Blick, um welches Thema es sich bei meinem Poster handelt. Dies würde ich ihn Zukunft ändern. Ein Poster soll nämlich unter anderem die Funktion erfüllen, dass die Lernenden weniger lesen müssen und durch Bilder oder Symbole zentrale Aspekte des behandelten Themas auffassen können. 



Handlungsorientierung bedeutet für mich so viel wie, dass die Lernenden einen Zusammenhang zwischen dem schulischen Unterricht und ihrem Praxisort herstellen können. Das Argumentieren erachte ich für alltägliche Situationen in einem Betrieb als bedeutsam, denn Lernende müssen oft begründen können, wieso so etwas auf diese Art getan haben und nicht anders. Der Besuch in der Arena kann vor allem für Berufslernende im Bereich Technik und Informationstechnologie und Wirtschaft und Dienstleistungen spannend sein. 

Dienstag, 31. Dezember 2013

Was ist ein guter Lernjob?


„LernJobs sind [speziell konstruierte] Aufgaben. [...] Sie laden dazu ein, auf eigenen Wegen, entdeckend, dem Wissen auf die Spur zu kommen. Sie lassen viel konstruktiven Spielraum und vermitteln gleichwohl eine strukturelle Sicherheit: Nicht alle müssen den gleichen Weg zum Gipfel nehmen – wichtig ist, dass sie ankommen“ (Müller 2003). 
Nach der Diskussion und der Präsentation von Max in der BP-Lektion, gibt es für mich vier wichtige Kriterien für einen Lernjob:


Erstens: Der Lernjob soll ans Vorwissen anknüpfen. Wenn dies nicht geschieht, ist das Lernen viel schwieriger. Diese Erfahrung konnten wir gleich in der BP-Lektion erleben, indem uns Max zuerst eine willkürliche Liste mit verschiedenen kurzen Sätzen zeigte, die alle mit einem Namen begannen. Die Aufgabe war, dass wir uns an die Namen auf der Liste erinnern sollten. Unsere Erfolgsquote war ziemlich gering.
Zweitens: Klare Lernziele sollen formuliert werden. Schülerinnen und Schüler sollen immer wissen, wozu sie etwas lernen. Damit kann die Motivation gesteigert werden, wenn die Lernenden hinter ihrem Lernaufwand einen Nutzen erkennen. Auch Teil- bzw. Zwischenziele sollen formuliert werden, um den Lernfortschritt aufzeigen zu können. Dazu kann eine Checkliste oder Rubric nützlich sein. Das Erstellen von Checklisten oder Rubrics zieht einen weiteren Vorteil mit sich. Dadurch kann erstens ein sehr transparentes Evaluationsverfahren entstehen und zweitens die Reflexion der Lernenden angeregt werden.
Drittens: Ein Lernjob sollte klar aufgebaut sein und somit einen geordneten Ablauf haben, so dass die Arbeitsaufträge selbstständig gelöst werden können. Innerhalb dieser Ordnung soll den Lernenden genug Spielraum und Flexibilität geboten werden. Wenn ihnen Wahlmöglichkeit geboten wird, kann dies sehr motivierend wirken und die Kreativität der Schülerinnen und Schüler steigert sich. Solche Lernaufträge ermöglichen individuelle Lösungsstrategien.
Viertens: Am Ende eines Lernjobs soll immer ein Produkt entstehen. Die Schülerinnen und Schüler sollen von Anfang an wissen, welches Produkt von ihnen erwartet wird.
Bsp.
Anton hat eine Brille.
Susi isst Apfelmus.
Sandra kauft ein Ragusa.
Lukas setzt die Segel.
u.s.w.

Die Kognitionspsychologie besagt, dass man sich an durchschnittlich 2 bis 5 Elemente erinnern kann, da nicht ans Vorwissen angeknüpft wird.
Wenn die Namen aber bereits an unser Vorwissen verknüpft sind, ist die Erfolgsquote beachtlich höher.

Bsp.
Kolumbus setzt die Segeln.
Obama Hält eine Rede.
Max trägt eine Brille.
Angela liebt französischen Wein.
Steve isst einen Apfel.
u.s.w.

Im Plenum konnten wir uns anhand dieser zweiten Liste an allen Namen erinnern! Somit ist es bewiesen, wie zentral es ist, dass ans Vorwissen der Schülerinnen und Schüler angeknüpft wird. Somit ist das Lernen sinnvoller gestaltet, da die Lernenden den neuen Lernstoff nicht von Grund auf erarbeiten müssen, sondern bereits Gelerntes vertiefen oder ergänzen können. Dazu sollte die Lehrperson jedoch ein gutes Verständnis über das Vorwissen der Schülerinnen und Schüler haben. Beispielsweise würde es nicht Sinn machen, die oben genannte Liste an Kindergärtnern abzugeben. Sie kennen Kolumbus, Obama und Merkel noch nicht.
Desto besser wir an ihr Vorwissen anknüpfen, desto nachhaltiger ist das Lernen. Nicht nur Assoziationen, sondern auch Emotionen sollten hervorgerufen werden. Emotionen sind besonders wirksam beim Lernen.

Gemäss Hofer besteht in den Lernaufträgen der grosse Vorteil, dass sie dazu verhelfen, Kompetenzen aufzubauen, da sie handlungsorientiert sind.
Nebst diesen vier hervorgehobenen Punkten gibt es aber noch einiges mehr, worauf eine Lehrperson beim Erstellen eines Lernjobs achten soll. Darum gibt es hier noch einen kleinen Video:



Dienstag, 17. Dezember 2013

Lösungsorientierte Beratung im schulischen Kontext


Welcher Unterschied besteht, ob ein Beratungslehrer oder ein Schulpsychologe ein lösungsorientiertes Gespräch führt? Die Stellung im schulischen Gefüge und das Eingebundensein in den schulischen Alltag bilden die Hauptunterschiede. Das heisst, der Schulpsychologie ist „Gast“ der Schule und darum nur zeitweise präsent, dafür kennt er verschiedene Schulsysteme. Der Beratungslehrer ist Bestandteil der Schule, ständig präsent und kennt das Schulsystem seiner eigenen Schule sehr genau (vgl. Berkling 2010, S. 36). Die Schwierigkeit des Beratungslehrers besteht darin, dass er oftmals mehrere Rollen gleichzeitig einnehmen muss, die nicht immer miteinander kompatibel sind. Es ist problematisch, weil er gleichzeitig benotet und berät.
Häufig kommen Eltern in die Schule und hätten gerne die Meinung von einem Experten über den Leistungsstand oder das Arbeit-/Sozialverhalten ihres Kindes. Hier steckt der lösungsorientierte Berater in einer Zwickmühle, denn die Verwendung von Expertenwissen wird ihm in diesem Ansatz verboten. Dieses Dilemma kann folgendermassen gelöst werden: Entweder kann eine Beratung durchgeführt werden, welche nicht auf dem lösungsorientierten Prinzip aufbaut, sondern rein informativ ist. Oder es kann auf die Klientenfrage nicht umgehend eingegangen werden. Bei diesem Vorgehen wird die Frage an den Klienten zurückgegeben. Das heisst, der Berater stellt so viele Fragen oder paraphrasiert das Gesagte des Klienten, bis dieser selbst auf die Lösung stösst. Der Berater bietet ausschliesslich Unterstützung, er leitet den Klienten so, dass dieser selber Verbesserungsvorschläge entwerfen kann, welche zum gewünschten Zustand führen können. Durch diesen Ablauf kann problemlos ein Lehrer das Beratungsgespräch führen, denn ein Rollenkonflikt scheint hier eher unwahrscheinlich zu sein (vgl. Berkling 2010, S. 37-41).

Wie können Lehrpersonen beraten werden? Schaarschmidt (2005) zeigt in seiner Potsdamer Lehrerstudie auf, dass es kaum einen anderen Beruf gibt, welcher vergleichbar kritische Beanspruchungsverhältnisse aufweist, wie der Lehrerberuf. Er nennt dabei die drei belastendsten Faktoren Schülerverhalten, die Klassengrössen und die hohen Stundzahlen. Somit stellen die Lehrer die grösste Gruppe der um Beratung nachsuchenden Personen dar. Wenn der Berater einen Kollegen des Lehrers ist, hat dieser oft mühe, sein Problem offen darzulegen. Es ist ihm peinlich. Das stellt kein Hindernis für eine problemorientierte Beratung dar, denn sie kann auch stattfinden, ohne dass der Berater weiss, was genau das Problem darstellt (vgl. Berkling 2010, S. 42-45).

Wie können Eltern beraten werden? Eltern werden oft für ein Gespräch eingeladen, weil die Lehrperson sich über ihr Kind oder über das elterliche Handeln (bzw. Nichthandeln) beschweren will. Eltern hören solche Anklagen jedoch nicht gerne, denn sie haben den Wunsch, dass über ihr Kind nur Gutes gesprochen wird, so dass sie stolz auf sie sein können. Darum sollen unerwünschte oder schlechte Nachrichten an die Eltern nur in einem ausgewogenen Verhältnis zu positiven Rückmeldungen weitergegeben werden. Zudem ist es oftmals nicht hilfreich, wenn Anschuldigungen im Gespräch vorkommen, weil sich die Eltern in ihrer Funktion als Erziehungsperson angegriffen fühlen. Viel besser ist es, eine gemeinsame Lösung zu finden. Beispielsweise kann diskutiert werden, wie das Kind unterstützt werden kann, dass es seine Hausaufgaben erledigt. Diese Unterstützung erfolgt von Seite der Eltern, wie von Seite der Schule.
Oftmals wird angenommen, dass Eltern aus niedrigeren Bildungsniveaus mit den Fragetechniken des lösungsorientierten Modells nicht zurechtkommen. Dies ist ein Irrtum (vgl. Berkling 2010, S. 46-48).

Wie können Schülerinnen und Schüler beraten werden? Kinder drücken sich häufig auf eine sehr kreative Art und Weise aus, beispielsweise in Bewegungsabläufen, Fantasiegeschichten oder mit Blicken. Dabei sind die Fähigkeit des Zuhörens und eine besondere Beobachtungsgabe von Nöten.
Viele Kinder und Jugendliche sträuben sich gegen eine Beratung und zeigen darum eine demonstrative Langeweile. Dieses Verhalten darf der Berater nicht auf sich persönlich beziehen und sich schon gar nicht daran hindern lassen, mit dem Gespräch fortzufahren. Je aktiver er ist, desto schneller kann er die Kooperation des Kindes gewinnen und ihn dazu ermutigen, über sich zu sprechen. Lobende Äusserungen sind dabei sehr hilfreich, da sie das Vertrauen aufbauen. Wichtig ist dabei, dass das Lob authentisch wirkt.
Ein wirkungsvolles Vorgehen bei Lernenden ist, sie darum zu bitten aus der Sicht einer anderen Person zu erzählen. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit eine konstruktive Antwort zu erhalten (vgl. Berkling 2010, S. 48-50).

Problematisch bei einer Beratung ist oftmals, dass die Beteiligten unfreiwillig dort sind, ob das nun Kinder, Jugendliche, Eltern oder Lehrpersonen sind. Dass eine Beratung stattfinden muss, wird ein Verhalten bemängelt oder dem Klient ein Problem zugeschrieben. Dies ruft Ablehnung hervor, da niemand gerne negative Aussagen über sich hört. Wenn ein Klient sich wirklich nicht ändern will und in seinem Verhalten keine Probleme sieht, sollte die Beratung beendet werden. Einen Versuch ist es jedoch immer wert, denn viele Klienten, die unfreiwillig in einer Beratung sind, beginnen in kürzester Zeit zu kooperieren und sind motiviert, etwas zu ändern. So verlassen sie oft sehr schnell den Status der Unfreiwilligkeit (vgl. Berkling 2010, S. 50-52).

Mir leuchten die geschilderten Vorgehen von der lösungsorientierten Beratung nach Berkling (2010) ein. Besonders spannend finde ich das fragenentwickelnde Gespräch. Ich hatte in meinem Bachelor in der Erziehungswissenschaft zwei Blockkurse über Erziehungsberatung. Dort mussten wir selber untereinander solche Beratungsgespräche führen. Zuerst dachte ich mir, dass wir durch diese Technik zu keinem Ziel kommen würden. Nach und nach entdeckte ich jedoch die starke Wirkung dieses Vorgehens. Als Berater ist es zu Beginn komisch, fast ausschliesslich Fragen zu stellen oder zu paraphrasieren. Denn normalerweise läuft ein Gespräch nicht auf diese Art und Weise ab. Man fühlt sich fast ein bisschen aufdringlich durch das stetige Fragen und gleichzeitig passiv, da kein Expertenwissen in die Beratung einfliesst. Als ich jedoch die Rolle des Klienten einnahm, erkannte ich, wie angenehm ein solches Gespräch wirkt. Man fühlt sich ernstgenommen und nicht unter Druck gesetzt. Denn keine Vorwürfe oder für sich selber unpassende Verbesserungsvorschläge werden ausgesprochen seitens des Beraters. 

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Nach der letzten Sitzung habe ich mich nochmals intensiv mit dem Visualisieren beschäftig. Einerseits habe ich ein Poster für einen Arbeitsauftrag in Algemeiner Didaktik gestaltet und dort meine neu gelernten Malfähigkeiten an einem praktischen Beispiel anwenden können. Andererseits habe ich die Texte "Visual Facilitating - Ein Bild sagt mehr als tausend Worte" von Holger Scholz und "Visuelle Kommunikation 1" von Ursula Arztmann gelesen.

Der erste Text spricht vorwiedend über die verschiedenen Bildtypen sowie über den Nutzen dieser Visualisierungen bzw. wie Visualisierungen wirken. Scholz unterscheidet zwischen Überblicksbilder/ Learning Maps, Steckbriefen, Bild-Protokollen, Historien-Karten, Roadmaps und Templets. Jeder Visualisierungstyp hat verschiedene Verwendungsarten und Nutzen. So dienen zum Beispiel die Historien-Karten dazu, dass man sich mit der Geschichte von etwas beschäftigt. Dies kann die Vergangenheit sowie die Zukunft betreffen. Anhand eines Flusslaufes, Sonnensystems oder am menschlichen Körper können beispielsweise wichtige Erfolge, Meilensteine, Werte oder Herausforderungen vor Augen geführt werden. Wie bereits durch diese Schilderung ersichtlich wird, ist beim Visual Facilitating zentral, dass als Grundlage mit einer Metapher und Analogien gearbeitet wird. Das zu erklärende System wird mit Symbolen dargstellt und verdeutlicht.
Bei unserer Arbeit in AD versuchten wir unser didaktisches Modell mit der Metapher des Orientierungslaufes und dem Spruch "viele Wege führen zum Ziel" zu stützen. Dadurch werden viele komplexe Abläufe und Werte im Unterricht deutlich.


Bei Roadmaps können Land- und Strassenkarten eingesetzt werden, um Ordnung in Sach- und Themengebiete zu bringen. So kann es als konkrete Vorstellung von Strategien im Sinne einer Reiseroute genutzt werden.
Zudem habe ich durch den Text von Scholz gernt, dass man alle Ideen und Stichworte in ein Container verpacken soll. So wirken sie besser. Visualisierungen können nicht nur vom Gruppenleiter erfolgen, sondern sie können auch gemeinsam mit allen Teilnehmer gestaltet werden.
Durch die Visualisierungen werden komplexe Inhalte zugänglicher gemacht, da durch die multisensorischen Reize die Informationen schneller und nachhaltiger verarbeitet werden, als rein kognitive Inhalte. Visualisierungen fördern den Kreativitäts- und Denkprozess. Die Bilder wirken als Katalysatoren für interne Kommunikation sowie für den Wissens- und Informationstransfer.

Scholz präsentiert eine übersichtliche Darstellung, wie Visualisierungen wirken.
Visualisierungen ....
- aktivieren Gefühle, die sich mit den Inhalten verbinden
- wecken Aufmerksamkeit
- verdeutlichen (unter anderem Muster und Verbindungen)
- lassen Gedanken-Landschaften entstehen
- geben Ordnung
- ermöglichen Raum und Zeit darzustellen
- zeigen Gesamtzusammenhänge auf
- machen es leicht, Vergleiche, Unterschiede und Gemeinsamkeiten aufzuzeigen

Im zweiten Text wurde auf die Wahrnehmung, die Anwendung von Formen und Figuren, die Schrift, die allgemeine Flipchartgestaltung, die Farbassoziationen und die Werkzeuge eingegangen.
Arztmann gibt als Grund für Visualisierungen die heutige Informationsflut und Globalisierung an. Durch die visuelle Sprache können textliche Informationen reduziert werden und sie nutzt die Fähigkeit unseres besten Wahrnehmungskanals (um Komplexität zu verringern, Zeit zu gewinnen, mit Veränderungen umzugehen und globale Gültigkeit zu erlangen).
Der restliche Inhalt dieses Textes soll hier nicht besprochen werden, da es mehrheitlich Repetition der Präsenzsitzung von Max ist. Der Abschnitt über die Farbassoziationen fand ich sehr interessant und ich werde ihn immer wieder als Nachschlagewerk benutzen.

Ich habe durch die Einführung in die Visualisierung sehr viel spannendes gelernt. Es kann in allen Bereichen als Unterstützung eingesetzt werden. Die Motivation, sich mit einer Thematik oder einem Sachverhalt zu beschäftigen steigt, nach meiner Meinung nach, enorm, wenn ansprechende Bilder präsentiert werden. Die Aussagen erhalten durch Visualisierungen mehr Klarheit und Kraft. Auf der anderen Seite ist es auch sehr zeitaufwändig, wenn die Poster im Vornherein hergestellt werden sollten. Füt die spontane Umsetzung im Unterricht bin ich noch zu wenig geübt. Das Herstellen solcher Visualisierungen verlangt auch Kreativität und ein Umdenken. Damit meine ich, dass beim Kreieren eines Bildes komplexe Sachverhalte möglichst einfach und präzise dargestellt werden sollten. Dies verlangt ein gutes Vorstellungsvermögen sowie Transferleistungen in die Bildlichkeit.